Bitcoin rutscht auf rund 93.000 USD – Jahresgewinne fast ausradiert amid Tech-Ausverkauf
Fällt Bitcoin wirklich unter eine psychologisch wichtige Marke und setzt damit ein Warnsignal für die gesamte Kryptobranche? Nach dem rapiden Absturz auf rund 93.000 US-Dollar am 17. November 2025 steht nicht nur der Sektor der Digitalwährungen unter Druck – auch zahlreiche Tech-Aktien reagieren nervös auf den Ausverkauf. Anleger fragen sich: Welche Werte lohnen sich jetzt noch, wo sollte man Gewinne sichern, und trifft diese Korrektur am Ende die gesamte Wirtschaft?
Rekordverluste und neue Realität an den Kryptomärkten
Die Daten sprechen eine klare Sprache: Innerhalb weniger Wochen hat sich der Bitcoin-Preis von seinem Rekordhoch im Oktober (125.000 USD) auf unter 93.000 USD zurückgezogen, mit einem vorübergehenden Tiefstand nahe 92.000 USD laut Kryptobörsen. Damit sind nahezu sämtliche Jahresgewinne ausradiert, zumal der aktuelle Wert ungefähr dem Jahresanfangsniveau entspricht. Technisch betrachtet rückt das Death Cross – die 50-Tage-Linie rutscht erstmals seit Januar unter die 200-Tage-Linie – in den Fokus vieler Analysten und verstärkt die Panik unter kurzfristig orientierten Investoren.
- Der Bitcoin hat in der Vorwoche mehr als 13 % verloren, über 30 % seit dem Allzeithoch im Oktober.
- Entscheidend ist: 93.000 USD gilt charttechnisch als wichtige Unterstützung. Ein nachhaltiger Bruch könnte eine Welle weiterer Verkäufe anstoßen. (Quelle)
- Ursachen sind unter anderem institutionelle Gewinnmitnahmen, langsamere ETF-Zuflüsse und Unsicherheit bezüglich geplanter US-Maßnahmen gegen die Inflation.
Signalwirkung für die Tech-Branche und US-Politik als Unsicherheitsfaktor
Der Absturz bei Bitcoin korreliert eng mit einem breiten Ausverkauf im Technologiesektor. Vor allem große Tech-Werte wie Nvidia, Coinbase, MicroStrategy und Tesla stehen unter Druck, da viele institutionelle Investoren ihre Risikopositionen zurückfahren und Liquidität sichern. Rückläufige Handelsvolumina bei Bitcoin-ETFs und die Verzögerung bei US-Leitzinssenkungen verschärfen die Unsicherheit.
- Die US-Notenbank hat Zinssenkungen ins nächste Jahr verschoben, was Kryptowährungen sowie Wachstumsaktien belastet.
- Unklare politische Rahmenbedingungen und Debatten um neue US-Finanzierungsprogramme sorgen für Schwankungen, ähnlich wie durch das „Tariff Dividend“-Anreizpaket der US-Regierung, das in den Märkten eher als Preistreiber und nicht als Wachstumsimpuls gesehen wird (Quelle).
- Langfristige strategische Investoren halten sich zurück, während kurzfristige Händler auf weitere Konsolidierungen im Bereich 93.000 bis 96.000 USD spekulieren.
Wissensstand & Markterwartungen: Was Anleger jetzt beachten müssen
Obwohl der jüngste Einbruch tiefgreifend ist, zeigen einige Analysen: Solange die horizontale Unterstützung bei 93.000 USD hält, besteht weiterhin Potenzial für eine Erholung oberhalb von 100.000 USD. Kurzfristig ist das Bild jedoch eingetrübt; die Marktbreite signalisiert extreme Vorsicht. Die erwartete Konsolidierungsphase könnte bis Jahresende andauern, sofern kein neuer makroökonomischer Impuls aus der Politik oder unerwartete Zuflüsse in Kryptofonds einsetzen.
- Der Bitcoin wird aktuell bei ca. 95.000 USD gehandelt und stabilisiert sich temporär (Prognose) zwischen den Widerständen bei 95.000 und 98.000 USD.
- Eine Rückkehr in den Bereich von 110.000 bis 120.000 USD wäre nur bei deutlich positivem Markt- und Nachrichtenfluss wahrscheinlich.
- Analysten raten zur engmaschigen Überwachung wichtiger Unterstützungsmarken und empfehlen Einstieg nur bei klaren Trendumkehrsignalen.
Empfehlungen für Aktien und Assets im aktuellen Umfeld
- Kaufen: Value-Aktien aus traditionellen Sektoren wie Gesundheitswesen, Versorger (z. B. Johnson & Johnson, Siemens), Rohstoffe (z. B. BHP, Glencore) – diese profitieren erfahrungsgemäß von Marktrotationen bei steigendem Risikoaversion.
- Halten: Ausgewählte große Tech-Unternehmen, die über hohe Cashflows, Innovationskraft und geringe Verschuldung verfügen (z. B. Apple, Microsoft). Starke Bilanzqualität spricht für ihre Widerstandsfähigkeit.
- Verkaufen: Hochvolatile Wachstumswerte ohne Gewinn, Krypto-nahen Aktien (z. B. Coinbase, MicroStrategy) sowie kleinere Blockchain-Firmen, da sie bei Marktturbulenzen disproportional verlieren können.
Auswirkungen auf Wirtschaft und künftige Perspektiven
Der Kursrutsch verdeutlicht sowohl die Abhängigkeit der Märkte von geldpolitischen Impulsen als auch die Risiken von Überbewertungen bei Tech- und Krypto-Assets. Mögliche Folgen für die Gesamtwirtschaft:
- Vorteile: Marktbereinigung, Kapitalrotation in fundamental günstige Branchen, Überbewertungsrisiken werden reduziert. Mögliche Verschnaufpause für Konsum- und Industriebranchen, die nicht mit Tech korrelieren.
- Nachteile: Risiko von Vertrauensverlust bei Privatanlegern in innovative Anlageklassen, Gefahr der Kettenreaktion auch bei anderen risikoreichen Assets, kurzfristige Schwäche der Konsumnachfrage.
Für die kommenden Monate erwarten Experten eine volatile Seitwärtsphase, die sich erst nach klaren Signalen aus der Geldpolitik oder durch einen neuen Technologietrend auflösen dürfte. Die Zeit der rasanten Gewinne bei Krypto und Tech ist vorerst vorbei, Chancen bieten sich vor allem für antizyklische Investoren mit langem Atem.
Wer an etablierten Werten festhält und temporäre Rückschläge aushält, dürfte mittelfristig belohnt werden. Anleger mit hohem Risikoprofil sollten gezielt in Sektoren umschichten, die jetzt von Kapitalumschichtungen profitieren. Bitcoin selbst bleibt ein riskanter Spielball – für Trades auf klare Trendsignale warten, nicht im Panikmodus handeln.



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