T-Mobile US präsentiert Jahresergebnis 2025: Rekordkundenwachstum und ambitionierte Ziele für 2026/27
Mit einem überraschend kräftigen Kundenzuwachs von 7,2 bis 7,4 Millionen Postpaid-Neukunden im Jahr 2025 hat T-Mobile US die Erwartungen deutlich übertroffen und seine Wettbewerbsposition in einem hart umkämpften Mobilfunkmarkt weiter gestärkt. Die US-amerikanische Tochter der Deutschen Telekom veröffentlichte am 11. Februar 2026 ihre Jahresergebnisse und signalisierte damit gleichzeitig ein wachsendes Vertrauen in die künftige Entwicklung – eine Dynamik, die für Investoren und Marktbeobachter gleichermaßen relevant ist. Doch während die operativen Erfolge beeindruckend ausfallen, deuten steigende Investitionskosten und höhere Gesamtausgaben auf Herausforderungen hin, die das Wachstumsmotto zwar nicht bremsen, aber das Profitabilitätswachstum dämpfen könnten.
Das Rekordwachstum bei Kundenzahlen und operative Stärke
Das Jahr 2025 stellte für T-Mobile US einen Wendepunkt dar. Im dritten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen mit 2,3 Millionen Postpaid-Nettozugängen einen Rekordwert, der die Marktdominanz des Anbieters unterstreicht. Dieses Momentum führte letztendlich dazu, dass das Management seine Jahresprognose für Postpaid-Nettozugänge von ursprünglich 6,1 bis 6,4 Millionen auf 7,2 bis 7,4 Millionen erhöhte – eine Steigerung um bis zu eine Million Kunden in der Spannenmitte.
Die operative Performance zeigt sich auf breiter Front robust. Das bereinigte Core EBITDA stieg um sechs Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2025, während der Nettomittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit um 27 Prozent auf 7,0 Milliarden Dollar anwuchs. Der bereinigte Free Cashflow legte um vier Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar zu. Diese Kennzahlen deuten darauf hin, dass T-Mobile nicht nur Marktanteile gewinnt, sondern dies auch mit verbesserter operativer Effizienz schafft.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im Fixed-Wireless-Access-Segment, einem strategisch wichtigen Bereich für die Netzwerk-Diversifikation. Hier addierte T-Mobile im dritten Quartal 560.000 neue Breitbandkunden hinzu – ein Zeichen dafür, dass der Anbieter erfolgreich über klassische Mobilfunkdienste hinauswächst und in zukunftsträchtige Geschäftsfelder expandiert.
Finanzielle Entwicklung: Gewinne steigen, aber nicht proportional zum Umsatzwachstum
Die Umsatzentwicklung bei T-Mobile US verlief im Jahr 2025 positiv. Der Serviceumsatz stieg um neun Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar, während der Gesamtumsatz mit 21,96 Milliarden Dollar im dritten Quartal die Konsenserwartung von 21,61 Milliarden Dollar übertraf. Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen sogar einen Nettogewinn von rekordverdächtigen 3,2 Milliarden Dollar, was einem Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.
Allerdings offenbaren die Volljahreszahlen eine differenzierte Situation. Während das verwässerte Ergebnis je Aktie (EPS) im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 2,84 Dollar anstieg, zeigen Analystenschätzungen für das abgelaufene Gesamtjahr 2025 ein EPS von durchschnittlich 9,90 Dollar – nur ein marginales Plus von 2,5 Prozent gegenüber den 9,66 Dollar im Jahr 2024. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass die zweiten und dritten Quartale die schwächeren ersten und vierten Quartale kompensiert haben.
Der Nettogewinn für das dritte Quartal betrug 2,7 Milliarden Dollar – ein Rückgang gegenüber 3,1 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen führte dies auf höhere Wertberichtigungen zurück, eine Entwicklung, die Anleger genauer beobachten sollten.
Kapitalstruktur und Aktionärsrenditen unter Zugzwang
Ein markantes Merkmal der T-Mobile-Strategie ist die großzügige Kapitalrückführung an Aktionäre. Im zweiten Quartal 2025 kaufte T-Mobile 10,1 Millionen Aktien für rund 2,5 Milliarden Dollar zurück. Am 12. Juni 2025 zahlte das Unternehmen zudem Dividenden aus. Diese Politik signalisiert Vertrauen in die fundamentale Gesundheit des Unternehmens, belastet aber auch die Bilanz.
Zum Ende des zweiten Quartals 2025 wies T-Mobile eine Gesamtverschuldung (ohne Verbindlichkeiten aus Funkmastleasing) von 85,3 Milliarden Dollar aus, bei einer Nettoverschuldung von 75,0 Milliarden Dollar. Diese Verschuldungsniveaus sind substanziell und erfordern eine sorgfältige Balance zwischen Shareholder Returns und Schuldenabbau – ein Balanceakt, der angesichts steigender Investitionsausgaben kritischer wird.
Die Investitionsoffensive: US Cellular Integration und 5G-Netzwerk
Ein wesentlicher Treiber für die Prognoseanhebung ist die erfolgreiche Integration der von US Cellular erworbenen Geschäftsteile. T-Mobile rechnet für 2025 mit Gesamtausgaben in Höhe von zehn Milliarden Dollar – 500 Millionen Dollar mehr als ursprünglich prognostiziert. Diese höheren Kosten sind einerseits ein Risikofaktor für die Profitabilität, spiegeln aber andererseits das Engagement des Unternehmens wider, sein Netzwerk zu erweitern und seine Marktposition zu festigen.
Auf die Mobilfunk-Sparte entfielen dabei 3,3 Millionen neue Nutzer statt der ursprünglich erwarteten 2,95 bis 3,1 Millionen – eine Steigerung, die direkt auf die erfolgreichere als geplante Integration zurückzuführen ist. Diese dynamische Entwicklung lässt vermuten, dass die Synergien aus dem US Cellular Deal stärker ausfallen als antizipiert.
Prognoseanpassungen für 2025 und Ausblick auf 2026/27
Die Anhebung der Gewinnprognosen war umfassend. Das Core Adjusted EBITDA wurde um 50 Millionen Dollar auf 33,7 bis 33,9 Milliarden Dollar erhöht. Der Nettomittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit wird nun zwischen 27,1 und 27,5 Milliarden Dollar erwartet (plus 50 Millionen Dollar), und der bereinigte Free Cashflow wurde auf 17,6 bis 18,0 Milliarden Dollar prognostiziert (ebenfalls plus 50 Millionen Dollar).
Der scheidende CEO Mike Sievert betonte in der Telefonkonferenz, dass diese angehobene Prognose auf ein wachsendes Vertrauen in die Wettbewerbsposition und die Umsetzungsstärke von T-Mobile hindeutet. Sein Nachfolger Srini Gopalan signalisierte bereits, dass Prognoseanhebungen für 2026 und 2027 zu erwarten sind – ein starkes Signal für das Vertrauen des Managements in die Kontinuität des Wachstumstrends.
Marktreaktion und die Spannung zwischen Erfolg und Investitionen
Trotz der beeindruckenden Kundenzahlen und angehobenen Prognosen reagierte die T-Mobile-Aktie im vorbörslichen Handel negativ und verlor etwa 1,5 Prozent. Der Grund: Anleger waren verunsichert durch die Mitteilung der um 500 Millionen Dollar höheren Investitionsausgaben. Diese Reaktion illustriert eine grundsätzliche Spannung im Investorenverständnis – während kurzfristig orientierten Investoren steigende Kapitalausgaben als Gewinnbremse erscheinen, sehen langfristig orientierte Anleger darin die notwendige Basis für nachhaltiges Wachstum.
Technologische Fortschritte und 5G-Leadership
T-Mobile positioniert sich als 5G-Innovationsführer im US-Markt. Die Integration der US Cellular-Infrastruktur ermöglicht es dem Unternehmen, sein Netzwerk geografisch auszudehnen und 5G-Kapazitäten in unterversorgten Regionen bereitzustellen. Dies ist nicht nur für Konsumenten relevant, sondern auch für Unternehmenskunden, die auf zuverlässige, schnelle Datenverbindungen angewiesen sind.
Die Investitionen in Netzwerk-Infrastruktur und 5G-Technologie sind Teil eines breiteren Trends in der Telekommunikationsindustrie, bei dem Anbieter beträchtliche Mittel in die Modernisierung ihrer Netzwerke investieren. Diese Entwicklung unterscheidet sich deutlich von älteren Mobilfunkphasen, in denen es primär um die Erhöhung der Kundenanzahl ging – heute geht es um die Qualität und Breite der Abdeckung sowie um innovative Dienste wie Fixed Wireless Access.
Konkrete Handlungsempfehlungen für Investoren
Welche Aktien sollten gekauft, gehalten oder verkauft werden?
Die T-Mobile US-Aktie (NASDAQ: TMUS) sollte von langfristig orientierten Investoren als Kaufempfehlung betrachtet werden, insbesondere unter folgenden Bedingungen:
- Anleger mit einem Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren sollten Rückgänge als Kaufgelegenheit nutzen. Die fundamentalen Wachstumsmetriken – insbesondere das Kundenwachstum und die Cash-Flow-Generierung – sind robust.
- Die Dividendenhistorie und die Aktienrückkaufprogramme deuten auf ein Management hin, das Shareholder Value ernst nimmt. Diese Politik sollte sich in den kommenden Jahren fortsetzen.
- Die prognostizierte Steigerung des EPS von 9,90 Dollar im Jahr 2025 auf höhere Niveaus in 2026 und 2027 bietet Aufwärtspotenzial, besonders wenn die US Cellular-Integration wie geplant Synergien freisetzt.
Für kurzfristig orientierte Trader empfiehlt sich eine Halte-Strategie, solange die Aktie unter Druck steht. Der Grund: Die Marktreaktion auf die Ankündigung höherer Investitionsausgaben könnte kurzfristig zu weiterer Volatilität führen. Eine Stabilisierung und dann ein Wiederanstieg wären jedoch wahrscheinlich, sobald das Markt den längerfristigen Nutzen dieser Investitionen erkennt.
Konkurrenten wie Verizon (VZ) und AT&T (T) könnten kurzfristig unter dem aggressiven Wachstumskurs von T-Mobile leiden. Diese Titel könnten für Investoren, die auf



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