Julius Bär veröffentlicht Jahreszahlen 2025: Starker operativer Schwung trotz Bilanzbelastungen – Auswirkungen auf Schweizer Bankenaktien

Julius Bär veröffentlicht Jahreszahlen 2025: Starker operativer Schwung trotz Bilanzbelastungen – Auswirkungen auf Schweizer Bankenaktien

Steigt der Kurs der Julius Bär Aktie nach den frisch veröffentlichten Jahreszahlen 2025 um bis zu 5 Prozent, während andere Schweizer Privatbanken wie Vontobel oder Pictet unter Druck geraten könnten? Die Julius Bär Gruppe AG hat heute, am 2. Februar 2026, ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt und zeigt ein gemischtes Bild: Operative Stärke trifft auf Altlasten aus Kreditverlusten. Analysten erwarten einen tieferen Gewinn in diesem Übergangsjahr, doch Rekordvermögen und doppelte Neugeldzuflüsse könnten den Sektor beflügeln.

Operative Erfolge im ersten Halbjahr 2025

Julius Bär hat im ersten Halbjahr 2025 trotz bilanzieller Sondereffekte beeindruckende operative Fortschritte erzielt. Der zugrunde liegende Konzerngewinn stieg um 11 Prozent auf CHF 511 Millionen, bereinigt um M&A- und Kreditrisiko-Effekte.Die Effizienz verbesserte sich merklich, mit einer Cost/Income Ratio von 68,2 Prozent gegenüber 71,0 Prozent im Vorjahr.

Ein Highlight bildeten die Netto-Neugeldzuflüsse, die mit CHF 7,9 Milliarden mehr als verdoppelt wurden. Diese stammen hauptsächlich aus Kernmärkten wie Asien, Westeuropa und dem Nahen Osten. Das verwaltete Vermögen lag bei CHF 491 Milliarden, 7 Prozent über dem Vorjahrswert, inklusive Custody bei CHF 572 Milliarden.

  • Doppelte Neugeldzuflüsse signalisieren starkes Kundenvertrauen.
  • Effizienzmaßnahmen sparen bis Ende 2025 CHF 130 Millionen, bereits CHF 27 Millionen realisiert.
  • Verkauf des Brasilien-Geschäfts als strategischer Abbau nicht-kerniger Positionen.

Bilanzielle Belastungen und das Übergangsjahr 2025

Der IFRS-Konzerngewinn sank im ersten Halbjahr um 35 Prozent auf CHF 295 Millionen, hauptsächlich durch Wertberichtigungen von CHF 130 Millionen auf Kredite und CHF 99 Millionen aus dem Brasilien-Verkauf. Diese Einmaleffekte verdecken die operative Dynamik.2025 gilt als Übergangsjahr, geprägt von der Auseinandersetzung mit Kreditverlusten rund um den Signa-Zusammenbruch.

Für das volle Jahr 2025 prognostizieren Analysten einen adjustierten Konzerngewinn von CHF 823 Millionen (Konsens), bei Betriebserträgen von CHF 3,92 Milliarden. Netto-Neugeld könnte 14,7 Milliarden Franken erreichen, AuM bei CHF 523,8 Milliarden. Die CET1-Quote bleibt robust bei 15,6 Prozent, Gesamtkapitalquote 22,3 Prozent und Liquiditätsdeckungsquote 303 Prozent.

In den ersten zehn Monaten 2025 erreichte Julius Bär ein Rekordvermögen, trotz weiterer Abschreiber. CEO Stefan Bollinger betont die positive Dynamik: Zweistelliger Gewinnanstieg und hohes Neugeld unterstreichen die Resilienz.

  • Weitere Wertberichtigungen: CHF 149 Millionen im November 2025.
  • AuM-Wachstum durch starke Aktienmärkte und 3 Prozent NNM-Rate.
  • Mittelfristziel: 4-5 Prozent NNM bis 2028.

Auswirkungen auf den Schweizer Bankensektor

Die Zahlen von Julius Bär wirken sich potenziell stark auf Schweizer Bankenaktien aus. Während Julius Bär operativ glänzt, könnten Konkurrenten wie UBS oder Credit Suisse-Nachfolger unter vergleichbaren Immobilienrisiken leiden. Der Sektor profitiert von steigenden AuM durch Marktrallyes, doch Kreditrisiken bremsen.

Drei neue Wissenspunkte: Erstens, Julius Bärs Fokus auf Wealth Management stärkt den Sektor in unsicheren Zeiten; zweitens, der Verkauf nicht-strategischer Assets wie Brasilien könnte ein Blaupause für Peers werden; drittens, hohe Kapitalquoten machen Schweizer Privatbanken widerstandsfähig gegen Rezessionsängste, wie in deutschen Wachstumsprognosen sichtbar.

  • Sektorweite Neugeldkonkurrenz aus Asien treibt Innovationen.
  • Effizienzsteigerungen senken Cost/Income-Ratios branchenweit.
  • Politische Risiken, z.B. Fusionssperren wie bei BBVA-Sabadell, beeinflussen M&A.

Die Publikation könnte den SPI Financials-Index um 2-3 Prozent heben, wenn operative Trends überwiegen. Historisch reagierten Aktien bei ähnlichen Zahlen volatil: +4 Prozent nach H1 2024, -2 Prozent bei Signa-Schocks.

Empfehlung: Kauft Julius Bär bei Dips unter CHF 70, haltet Vontobel, verkauft überbewertete Smallcaps. Für die Wirtschaft bedeuten stabile Privatbanken mehr Kredite für KMU und Investitionen – Vorteil: Wachstumsimpuls durch AuM-Steigerungen, Nachteil: Höhere Abschreiber belasten Bilanzen und bremsen Kreditvergabe. Zukünftig erwarten wir NNM-Wachstum auf 5 Prozent bis 2028, getrieben von Asien und KI-gestütztem Wealth Management; der Sektor konsolidiert sich durch M&A, mit Julius Bär als Vorreiter für effiziente Modelle.

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