American Express Q3 2025: Premium-Strategie zahlt sich aus – Rekordumsatz und erhöhte Prognose treiben Aktienkurs
American Express hat mit seinen Ergebnissen für das dritte Quartal 2025 die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen und signalisiert damit eine robuste Nachfrage im Premium-Segment trotz makroökonomischer Unsicherheiten. Der Zahlungsdienstleister vermeldete einen Umsatz von 18,43 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und übertraf damit die Analystenschätzungen von 18,05 Milliarden Dollar. Der Gewinn pro Aktie kletterte auf 4,14 Dollar und lag damit ebenfalls deutlich über den erwarteten 3,99 Dollar, was einem Anstieg von 19 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Diese Zahlen werfen wichtige Fragen auf: Handelt es sich um ein nachhaltiges Wachstumsmuster oder um eine Blase im Luxuskonsumentenmarkt? Welche Branchen profitieren von diesem Trend, und welche Risiken entstehen für Investoren?
Die Premium-Strategie als Erfolgsfaktor
Der Erfolg von American Express basiert auf einer bewussten Fokussierung auf das Premium- und Ultra-Premium-Kartensegment. Das Unternehmen hat erkannt, dass wohlhabende Konsumenten weniger anfällig für wirtschaftliche Schwankungen sind und bereit sind, für exklusive Erlebnisse und Services zu zahlen. Diese Strategie zahlt sich aktuell aus: 72 Prozent der neu gewonnenen Kundenkonten im dritten Quartal 2025 waren gebührenpflichtige Produkte, was die gezielte Ausrichtung des Unternehmens auf diese lukrativen Kundensegmente unterstreicht.
Das abgerechnete Geschäftsvolumen – ein Schlüsselindikator für die tatsächlichen Kundenausgaben – wuchs währungsbereinigt um 8 Prozent im Jahresvergleich. Besonders bemerkenswert ist die ausgewogene Verteilung dieses Wachstums auf verschiedene Kategorien: Waren und Dienstleistungen legten um 9 Prozent zu, während der Reise- und Unterhaltungssektor um 8 Prozent expandierte. Dies zeigt, dass nicht nur eine einzelne Kategorie das Wachstum trägt, sondern dass sich die Premium-Konsumenten breit und konsistent ausgeben.
Ein weiteres Highlight ist die Expansion in jüngere demografische Gruppen. Karteninhaber der Generation Z zeigten mit einem Wachstum von 39 Prozent im Jahresvergleich ein außergewöhnliches Engagement, obwohl sie derzeit nur 6 Prozent des gesamten abgerechneten Geschäftsvolumens im Bereich U.S. Verbraucherdienste ausmachen. Dies deutet darauf hin, dass American Express erfolgreich neue, jüngere wohlhabende Konsumenten akquiriert und an die Marke bindet.
Segmentperformance und geografische Expansion
Die Leistung von American Express war nicht auf einen einzelnen Geschäftsbereich beschränkt. Im Segment der U.S. Verbraucherdienste stieg das abgerechnete Geschäftsvolumen um 9 Prozent im Jahresvergleich, was eine starke Nachfrage nach Premium-Kartenprodukten im Heimatmarkt unterstreicht. Das Segment Commercial Services, das kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bedient, verzeichnete mit 4 Prozent Wachstum eine langsamere, aber stabile Entwicklung, wobei KMU in den USA 82 Prozent des Segmentvolumens ausmachten.
Besonders beeindruckend ist die internationale Expansion. Das Segment International Card Services verzeichnete mit 13 Prozent im Jahresvergleich das stärkste Wachstum, wobei Privatkundenkarten die Geschäftskunden übertrafen. Dies signalisiert, dass American Express erfolgreich seine globale Reichweite ausweitet und Premium-Konsumenten weltweit anzieht. Für Investoren bedeutet dies, dass das Unternehmen nicht nur von amerikanischen Konjunkturzyklen abhängig ist, sondern eine diversifizierte geografische Einnahmebasis aufbaut.
Das Unternehmen akquirierte im dritten Quartal 2025 insgesamt 3,2 Millionen neue proprietäre Karten. Von besonderem Interesse ist, dass 64 Prozent der weltweit neu gewonnenen Privatkundenkonten auf Millennials und Generation Z entfielen – ein klares Signal, dass American Express seine Kundenbasis zukunftsorientiert verjüngt.



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