Indien und Brasilien unterzeichnen Bergbau-Abkommen: Von 15 auf über 20 Milliarden Dollar Handel durch Eisenerz und kritische Mineralien
Können Indien und Brasilien ihren bilateralen Handel von aktuell 15 Milliarden US-Dollar auf über 20 Milliarden in nur fünf Jahren steigern? Gerade erst unterzeichneten Vertreter beider Länder in Neu-Delhi ein wegweisendes Bergbau-Abkommen im Beisein von Premierminister Narendra Modi und Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Indien, mit einer Stahlproduktionskapazität von 218 Millionen Tonnen jährlich, sucht dringend nach Eisenerz und Seltenen Erden, um seine boomende Infrastruktur und Industrialisierung zu bedienen. Gewinneraktien wie die brasilianischen Riesen Vale und CSN könnten hier stark profitieren, während chinesische Stahlproduzenten unter Druck geraten.
Das Abkommen im Detail: Fokus auf Eisenerz und kritische Mineralien
Das frisch unterzeichnete Abkommen zielt auf eine engere Kooperation im Bergbau- und Mineraliensektor ab, mit Schwerpunkt auf Rohstoffen wie Eisenerz für die Stahlindustrie und Seltenen Erden für High-Tech-Anwendungen. Brasilien, einer der weltweit führenden Produzenten von Eisenerz, soll Indiens Bedarf decken, das durch massive Infrastrukturprojekte wie Straßen, Brücken und Städteausbauten angetrieben wird.
Modi betonte, die Partnerschaft werde Investitionen in Exploration, Bergbau und Infrastruktur anziehen. Lula plädierte für Transaktionen in nationalen Währungen, um die US-Dollar-Abhängigkeit zu reduzieren – eine klare BRICS-Signalwirkung, ohne jedoch eine gemeinsame Währung anzustreben. Dieses Abkommen ist Teil von neun weiteren Vereinbarungen zu Digitalisierung, Gesundheit und Unternehmertum.
- Handelsvolumen: Von 15 auf über 20 Milliarden US-Dollar in fünf Jahren.
- Schlüsselrohstoffe: Eisenerz, Seltene Erden – Brasilien hat die zweitgrößten Reserven weltweit.
- Zusätzliche Bereiche: Technologie, KI, Halbleiter und digitale Infrastruktur.
Hintergrund der Partnerschaft: Strategische Allianz seit 2006
Seit 2006 sind Indien und Brasilien strategische Partner und arbeiten in Handel, Verteidigung, Energie und Landwirtschaft zusammen. Brasilien ist Indiens größter Handelspartner in Lateinamerika und Karibik. Die aktuelle Initiative adressiert Indiens Diversifizierung von China weg, insbesondere bei Seltenen Erden, die in Elektrofahrzeugen, Smartphones und erneuerbaren Energien essenziell sind.
Ein neuer Wissenspunkt: Brasilien plant mit Unternehmen wie Cedro Mineração Investitionen von 650 Millionen US-Dollar in eine neue ‚grüne‘ Eisenerzmine in Minas Gerais, mit Baubeginn im Q2 2026. Dies unterstreicht den Fokus auf nachhaltigen Bergbau. Zudem deuten Berichte auf eine breitere Kooperation bei kritischen Mineralien hin, die Indiens Lieferketten widerstandsfähiger machen sollen.
Ein weiterer Aspekt: Indiens Stahlsektor expandiert rasant. Unternehmen bauen Kapazitäten aus, um der Inlandsnachfrage gerecht zu werden, die durch Urbanisierung und Industrialisierung wächst. Hier profitieren nicht nur Rohstofflieferanten, sondern auch Logistik- und Infrastrukturakteure.
Wirtschaftliche Treiber und globale Implikationen
Indiens Stahlbedarf explodiert durch Megaprojekte wie den 100 Smart Cities-Plan und Hochgeschwindigkeitszüge. Statistisch: Die Stahlproduktion soll bis 2030 auf 300 Millionen Tonnen steigen. Brasilien, mit seinen enormen Reserven, positioniert sich als zuverlässiger Partner fernab geopolitischer Spannungen.
- Neuer Wissenspunkt 1: Lula fordert De-Dollarisierung in BRICS-Handel, was Langfristwährungsrisiken mindern könnte.
- Neuer Wissenspunkt 2: Kooperation erweitert sich auf KI und Halbleiter, ähnlich wie in Rohstoffstrategien globaler Konzerne.
- Neuer Wissenspunkt 3: Fallstudie Cedro: Übergang zu ‚grünem‘ Eisenerz reduziert CO2-Emissionen um bis zu 90% durch Wasserstoffverfahren.
Diese Allianz könnte globale Rohstoffpreise stabilisieren und Chinas Dominanz bei Mineralien herausfordern. Vergleichbar mit Handelskonflikten, die Lieferketten umstrukturieren.
Auch bei Seltenen Erden: Brasilien nutzt seine Reserven, um Indiens Abhängigkeit von China (über 80% Weltmarkt) zu senken. Modi nannte es einen ‚wichtigen Schritt für resiliente Lieferketten‘.
Aktienanalyse und Investitionsempfehlungen
Kaufen: Vale SA (VALE3), der weltgrößte Eisenerzproduzent, profitiert direkt von steigenden Exporten nach Indien. CSN (CSNA3) als brasilianischer Stahl- und Bergbaukonzern. Indische Stahlriesen wie Tata Steel (TATASTEEL) und JSW Steel (JSWSTEEL), die von günstigerem Rohstoffzugang profitieren.
Halten: BHP Group (BHP), trotz Kupferfokus mit Eisenerz-Exposition. Anglo American, wie in Jahreszahlen 2025 berichtet.
Verkaufen oder meiden: Chinesische Stahlproduzenten wie Baosteel (600019), da Diversifizierung ihren Marktanteil drückt. Australische Miner wie Rio Tinto (RIO), wenn Indien Brasilien priorisiert.
Vor- und Nachteile für die Wirtschaft:
- Vorteile: Job-Schaffung in Bergbau (Brasilien: +50.000 bis 2030 projiziert), Infrastrukturboom in Indien (GDP-Wachstum +1-2%), stabilere Preise durch Diversifizierung, BRICS-Stärkung.
- Nachteile: Umweltbelastungen in Amazonas-Region, Währungsschwankungen bei De-Dollarisierung, Abhängigkeit von brasilianischer Politik (Lula-Nachfolge).
Zukunftsausblick: Erwarten Sie Handelswachstum bis 2030 auf 30 Milliarden, mit Fokus auf grüne Technologien. Neue Minen wie Cedros Projekt treiben Produktion hoch; KI-Integration könnte Lieferketten optimieren. Risiken: Globale Rezession oder Rohstoffpreisstürze.
Für Investoren: Positionieren Sie sich jetzt in Vale und Tata Steel für den Rohstoff-Boom – diversifizieren Sie mit BRICS-ETFs für langfristiges Wachstum. Beobachten Sie BRICS-Gipfel 2026 für weitere De-Dollarisierungsfortschritte.



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