Iran-Krieg verschiebt Passagierströme: Lufthansa-Chef Spohr sieht Chancen inmitten geopolitischer Risiken

Iran-Krieg verschiebt Passagierströme: Lufthansa-Chef Spohr sieht Chancen inmitten geopolitischer Risiken

Steigen die Aktien von Lufthansa durch den Iran-Krieg auf neue Höhen, während Golf-Carrier wie Emirates leiden? Lufthansa-Chef Carsten Spohr warnt vor Risiken wie steigenden Kerosinpreisen, sieht aber klare Chancen: Der Konflikt verschiebt Passagierströme von Golf-Drehkreuzen nach Europa und treibt die Nachfrage nach Langstreckenflügen massiv in die Höhe. Brent-Rohöl-Futures sind um über 20 Prozent gestiegen, doch Lufthansa ist mit 80-85 Prozent abgesicherten Termingeschäften gerüstet.

Geopolitische Schocks und ihre unmittelbaren Auswirkungen auf die Luftfahrt

Der kürzlich von den USA und Israel initiierte Krieg gegen den Iran hat den Luftraum über der arabischen Halbinsel gesperrt. Lufthansa musste zehn Flugziele streichen, doch Spohr betont: Die Lücken bei Konkurrenten wie Emirates, Etihad und Qatar Airways füllen sich rasch. „Wir sehen eine enorm gestiegene Interkontinentalnachfrage“, so der Konzernchef. Freie Kapazitäten werden nun für mehr Flüge nach Bangkok, Singapur, Kapstadt, Delhi oder Riad genutzt.

Ein konkretes Beispiel: Ein Flug von München nach Riad wurde aus Sicherheitsgründen nach Kairo umgeleitet, da der saudi-arabische Luftraum zeitweise gesperrt war. Die Lufthansa-Gruppe, inklusive Swiss, Brussels und Austrian Airlines, hat bereits zehn Evakuierungsflüge aus der Golf-Region durchgeführt. Kurzfristig explodieren die Buchungen – allein für April nach Asien wurden 75 Prozent mehr Umsatz verbucht.

  • Sperrung des Luftraums über Saudi-Arabien und Iran-Anrainerstaaten
  • Stark gestiegene Nachfrage nach Direktflügen nach Asien und Afrika
  • Evakuierungsmissionen für gestrandete Passagiere

Lufthansa im Turnaround: Chancen nutzen, Risiken managen

Trotz Unsicherheiten prognostiziert Spohr für 2026 ein Ergebnis deutlich über dem Vorjahr. Der Umsatz 2025 erreichte Rekordwerte von 39,6 Milliarden Euro, ein Plus von fünf Prozent. Treibstoffkosten sanken 2025 um sieben Prozent und stützten das Ergebnis. Das Sanierungsprogramm „Turnaround“ bei Lufthansa Airlines zielt auf 2,5 Milliarden Euro Verbesserung bis 2028 ab – höchste Priorität, wie Spohr unterstreicht.

Neuer Wissenspunkt: Die Abhängigkeit von Golf-Hubs erweist sich als geopolitische Achillesferse. Spohr plädiert für eine starke europäische Luftfahrt, um Märkte unabhängig zu verbinden. In Deutschland als Exportnation birgt die Bündelung von Logistikströmen nahe der Iran-Grenze Risiken – Emirates dominiert nicht nur Passagier-, sondern auch Luftfrachtmarkt.

Ein weiterer Punkt: Trotz Tarifkonflikte mit VC, UFO und Verdi rechnet Spohr nicht mit großen Streiks. Kosten für Fluggastentschädigungen fielen 2025 um 40 Prozent auf 480 Millionen Euro.

  • 85 Prozent Treibstoff abgesichert bis 24 Monate voraus
  • Rekordumsatz 2025: 39,6 Milliarden Euro
  • Turnaround-Programm mit Fokus auf Effizienz

Passagierströme und Frachtraten im Fokus

Die iranischen Angriffe verschieben explizit Passagierströme und treiben Luftfrachtraten in die Höhe, da Golf-Carrier ausfallen. Höhere Ticketpreise durch Umfliegungen und verknapptes Angebot sind unausweichlich. Spohr: „Es ist ein hohes Risiko für Europa, Verkehrsströme an der iranischen Grenze zu bündeln.“ Dies gilt besonders für Deutschland, wo blockierte Handelswege und teures Öl Firmen und Verbraucher belasten. Iran-Krieg treibt Sprit- und Düngerpreise in die Höhe, mit weitreichenden Effekten.

Finanzielle Resilienz und Marktdynamiken

Lufthansa-Aktien sind trotz Krise stabil, während Fluggesellschaften weltweit einbrachen. 2025 verbesserte sich das bereinigte Betriebsergebnis um 19 Prozent. Schwächen auf Transatlantikstrecken – Buchungen aus Deutschland in die USA 30 Prozent unter Vorjahr durch Politik und Einreisekontrollen – werden kompensiert, indem mehr Flüge an Amerikaner nach Europa verkauft werden: Über 400 pro Woche.

Statistik: Niedrigere Treibstoffkosten 2025 trugen eine halbe Milliarde zur Ertragslage bei. Der Konzern ist gegen Kerosinpreisspitzen gewappnet, was ihn von ungesicherten Rivalen abhebt. Iran-Krieg bringt Risiken und Chancen für Lufthansa, fasst Reuters zusammen.

  • Transatlantik-Buchungen: -30 Prozent aus Deutschland
  • Mehr als 400 wöchentliche Flüge nach Europa von US-Seite
  • 40 Prozent geringere Entschädigungskosten 2025

Im Vergleich zu Flughafenbetreibern wie Fraport profitiert Lufthansa direkt von umgeleiteten Strömen.

Welche konkrete Aktien sollten gekauft, gehalten oder verkauft werden? Kauft Lufthansa (LHA) für kurzfristige Nachfragesteigerungen und Absicherung. Haltet stabile Player wie Fraport, verkauft exponierte Golf-Carrier wie Emirates-bezogene Assets. Vor- und Nachteile für die Wirtschaft: Vorteile sind gesteigerte europäische Luftfahrtstärke und Exportlogistik; Nachteile teures Öl, blockierte Routen und höhere Energiekosten für Industrie. In der Zukunft: Sollte der Krieg andauern, etablieren sich neue Routenmuster – Lufthansa könnte Marktanteile an Golf-Rivalen dauerhaft gewinnen, bei Deeskalation normalisiert sich der Markt, mit anhaltend hohen Frachtraten durch Lieferkettenrisiken.

Empfehlung: Positioniert euch jetzt in resilienten Airlines – der Shift zu europäischen Hubs könnte structural sein. Beobachtet Ölpreise und Evakuierungsvolumen als Leading Indicators.

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