EU-CBAM tritt in Kraft: Schwerindustrie unter Druck – Aktien von ArcelorMittal und Co. im Fokus

EU-CBAM tritt in Kraft: Schwerindustrie unter Druck – Aktien von ArcelorMittal und Co. im Fokus

Warum fallen die Aktien von Stahlriesen wie ArcelorMittal seit dem Jahreswechsel? Die EU hat am 1. Januar 2026 den Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) voll umgesetzt – eine Kohlenstoffgrenzsteuer, die Importeure von Stahl, Aluminium und Zement für CO₂-Emissionen in der Produktion zahlen lässt. Preise von 70 bis 100 Euro pro Tonne CO₂ drücken auf Importe und könnten europäische Produzenten entlasten, während globale Wettbewerber leiden. Gewinner: EU-interne Hersteller mit grüner Technologie. Verlierer: Importabhängige wie ArcelorMittal, deren Aktie bereits um 3-5% einbüßt.

Was ist der CBAM und wie funktioniert er?

Der CBAM zielt darauf ab, Carbon Leakage zu verhindern – den Umzug emissionsintensiver Produktion in Länder mit laxeren Regeln. Seit 2023 lief eine Übergangsphase mit Meldepflichten. Nun müssen Importeure CBAM-Zertifikate kaufen, die den eingebetteten CO₂-Emissionen entsprechen. Diese entsprechen dem EU-Emissionshandelspreis.

Betroffen sind vor allem Stahl, Aluminium, Zement, Dünger und Eisen. Laut UNFCCC machen diese Branchen bis zu 15% der energiebezogenen EU-Emissionen aus. Importeure aus Ländern mit eigenem Kohlenstoffmarkt können Abgleiche geltend machen, doch viele, wie aus China oder den USA, stoßen auf höhere Kosten.

  • Stahl- und Aluminiumimporte: Sofortige Zertifikatspflicht ab 2026.
  • Kostenanstieg: Bis zu 10-20% höhere Materialpreise bei ungenauen Emissionsdaten.
  • Übergang: 2023-2025 diente der Datensammlung.

Auswirkungen auf die Schwerindustrie und Aktienmärkte

Europäische Stahlproduzenten wie ArcelorMittal profitieren langfristig, da sie nun fairer konkurrieren. Die Firma, mit Werken in Europa und global, sah in der Übergangsphase bereits Kostendruck durch eigene EU-ETS-Pflichten. Analysten schätzen, dass CBAM Importe aus Asien um 15-25% drosselt, was Preise stabilisiert.

Kritiker warnen vor Protektionismus. Die USA, unter Druck von Energieminister Chris Wright, fordern Rücknahme, da Zölle auf EU-Stahl bereits bei 50% liegen. Handelskonflikte eskalieren: Trump-Politik trifft auf EU-Maßnahmen.

  • Beispiel ArcelorMittal: Globale Importe in EU-Werke teurer, Aktie -4% seit 1.1.2026.
  • Salzgitter AG: Potenzieller Gewinner durch geringere asiatische Konkurrenz.
  • Thyssenkrupp: Investiert in Wasserstoff-Stahl, profitiert von CBAM-Signal.

Eine neue EU-Stahl-Schutzmaßnahme ergänzt CBAM: Ab Juni 2026 laufen Zollkontingente aus, Zölle könnten auf 50% steigen, um Überimporte zu stoppen. Globaler Stahlüberschuss bedroht EU-Jobs.

Globale Reaktionen und Lobbyarbeit

Die EU schlägt einen Vorläufigen Dekarbonisierungsfonds vor, finanziert aus CBAM-Einnahmen. Dieser mildert Kosten für EU-Industrie. InfluenceMap spricht von intensiver Lobby: Etablierte Player forderten Erstattungen.

Jaime Amoedo vom ESG-Institut warnt: Unvollständige Daten führen zu Strafzertifikaten. Positiv: CBAM signalisiert weltweit saubere Produktion.

  • USA-Druck: Zölle verdreifacht, CBAM als „Barrieren“ kritisiert.
  • China: Droht Gegenzölle auf EU-Waren.
  • Fonds-Vorschlag: 17. Dezember 2025 von Kommission eingebracht.

Technologische Chancen in der Krise

CBAM treibt Innovation: ArcelorMittal testet grünen Stahl mit Wasserstoff in Hamburg. Statistiken: EU-Stahl emittiert 7% der industriellen CO₂. Übergang zu Elektroöfen könnte Kosten halbieren.

Fallstudie: Schwedens H2 Green Steel – CBAM-fähig, zieht Investitionen an. EU-Industrie lobbyte für Fonds, um Dekarbonisierung zu finanzieren.

Empfehlung: Kaufen Sie Aktien grüner Stahlhersteller wie SSAB oder Voestalpine – sie widerstehen CBAM-Druck. Halten Sie ArcelorMittal, bis Importeffekte klar sind; verkaufen Sie reine Importeure wie indisches Tata Steel. Wirtschaftsvorteile: Weniger Emissionen, faire Preise, aber Nachteile: Höhere Baukosten (+5-10%), Handelskriege, Inflation in Schwerindustrie. Zukunft: Bis 2030 CBAM-Erweiterung auf mehr Güter, globale Kohlenstoffmärkte entstehen, EU-Stahl boomt bei Tech-Fortschritt.

Keywords: CBAM, Kohlenstoffgrenzsteuer, ArcelorMittal, Stahlindustrie, Carbon Leakage

Kommentar abschicken

Das hast du vielleicht verpasst