Thyssenkrupp Steel warnt: Höhere Gaspreise durch Iran-Krieg bedrohen Produktionskosten in der energieintensiven Stahlindustrie

Thyssenkrupp Steel warnt: Höhere Gaspreise durch Iran-Krieg bedrohen Produktionskosten in der energieintensiven Stahlindustrie

Steigen die Gaspreise durch den Iran-Krieg auf über 70 Euro pro Megawattstunde, drohen energieintensive Konzerne wie Thyssenkrupp Steel massive Produktionskostensteigerungen. Welche Auswirkungen hat das auf die deutsche Wirtschaft, und welche Aktien könnten profitieren, während andere leiden?

Der Konzern warnt explizit vor höheren Kosten, da Erdgas zentral für Öfen und technische Gase ist. Ökonomen prognostizieren eine anhaltende Inflation und Konjunkturdämpfung, falls die Kämpfe andauern.

Der Iran-Krieg und seine unmittelbaren Energieeffekte

Der Konflikt hat die Straße von Hormus blockiert und Anlagen wie Ras Laffan in Katar lahmgelegt, was 20 Prozent des globalen LNG-Handels fehlen lässt. Gaspreise schossen auf 63 Euro hoch und pendeln nun bei 50 Euro, während Öl über 116 Dollar pro Barrel liegt. Dies trifft Europa hart, da der Spotmarkt am TTF instabil wird.

Thyssenkrupp Steel betont, dass Öl im Energiemix untergeordnet ist, doch indirekte Effekte über Energie-, Transport- und Vorproduktkosten unausweichlich sind. Eine Sprecherin des Konzerns erklärte: Ein dauerhaft höherer Gaspreis hätte Auswirkungen auf die Produktionskosten, weil Erdgas an vielen Stellen eingesetzt wird.

  • Blockade der Straße von Hormus verzögert Ammoniak-Lieferungen, essenziell für Dünger.
  • Kerosinpreise verteuern Flüge; Airlines wie SAS streichen Routen.
  • Dieselpreise explodieren und belasten Spediteure mit einem Drittel ihrer Kosten.

Auswirkungen auf Thyssenkrupp Steel und die Stahlbranche

Thyssenkrupp Steel, Deutschlands größter Stahlproduzent, sieht keine direkten Störungen in Rohstoff- oder Logistikströmen, da die Straße von Hormus nicht genutzt wird. Dennoch steigen Frachtkosten durch teureren Treibstoff. Die Branche verbraucht massiv Gas für Produktionsprozesse – ein neuer Wissenspunkt: Der industrielle Gasverbrauch sank seit 2022 von 360 auf 300 Terawattstunden durch Verlagerungen, leidet aber unter Volatilität.

In der Chemie, eng mit Stahl verknüpft, warnen Verbände wie VCI vor Engpässen bei Ammoniak, Phosphat und Helium. Dies könnte Nachfrage nach Stahlprodukten dämpfen, da Kunden in der Auto- und Bauindustrie betroffen sind.

  • Produktionsanpassungen: Firmen wie Duravit reduzieren Output, um Gas zu sparen.
  • Hedging-Strategien: Langfristige Verträge schützen teilweise, scheitern aber bei plötzlichen Schocks.
  • Statistik: Gaspreise stiegen um bis zu 35 Prozent nach Angriffen auf Katar-Anlagen.

Vergleich mit früheren Krisen

Im Gegensatz zum Ukraine-Krieg 2022, wo Preise explodierten, sind aktuelle Spitzen moderater, doch die Sensitivität der Märkte höher. Mittelständler wie Glashersteller Ritzenhoff planen Szenarien, um Lieferketten zu sichern. Der deutsche Mittelstand ist besonders betroffen, da Weitergabe von Preisen schwieriger wird.

Breitere wirtschaftliche Konsequenzen

Die energieintensive Industrie droht Wertschöpfungsverluste. Verbände fordern Abgabenreduktionen oder Industriegaspreise, doch Politiker raten von Subventionen ab und plädieren für mehr heimische Förderung. Verbraucher spüren steigende Transport- und Lebensmittelpreise.

Ein Beispiel: Düngerpreise klettern durch Ammoniak-Mangel, ähnlich wie deutsche Bauern warnen. Airlines und Reedereien passen Preise an, was die Konjunktur bremst.

  • Inflationsanstieg: Ökonomen erwarten Dämpfer für die Erholung.
  • Margendruck: Chemie kann Kosten nicht immer weitergeben.
  • Politische Forderungen: Dieselpreisbremse und Liquiditätshilfen.

Neuer Wissenspunkt: Reparaturen an Ras Laffan dauern drei bis fünf Jahre, was langfristige Knappheit schafft. Ein weiterer: VIK warnt vor irreversiblen Verlusten, wenn Wettbewerbsfähigkeit nicht gestärkt wird.

Aktienanalyse und Investorenempfehlungen

Kaufen: LNG-Produzenten und US-Gasexporteure wie Cheniere Energy, da Europa nach Alternativen sucht. Erneuerbare-Aktien wie Ørsted profitieren von Energiewende-Druck.

Halten: Thyssenkrupp Steel (TK), da Hedging und Kostenkontrolle Margen sichern könnten, aber volatil.

Verkaufen: Airlines wie Lufthansa, da geopolitische Risiken Passagierströme verschieben, und reine Gasabhängige wie Uniper.

Vor- und Nachteile für die Wirtschaft

  • Vorteile: Beschleunigung der Energiewende, Förderung heimischer Gasproduktion, Chancen für Tech-innovative Firmen in Effizienz.
  • Nachteile: Höhere Inflation, Konjunkturschwäche, Jobverluste in energieintensiven Sektoren, Abhängigkeit von globalen Schocks.

Zukunftsausblick

Falls der Krieg eskaliert, bleiben Preise hoch bis 2028; Deeskalation könnte zu Rückgang auf 30 Euro führen. Erwartung: Stärkere Diversifikation, mehr LNG-Terminals und Wasserstoff-Investitionen. Langfristig siegt Effizienztechnologie.

Investoren sollten auf Diversifikation setzen: 20 Prozent in Erneuerbare, 30 Prozent in stabile Chemie wie Evonik, Rest defensiv halten. Monitoren Sie TTF-Preise wöchentlich für Einstiege.

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