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Globale Aktienmärkte reagieren stabil auf neue US-Handelsabkommen – Chancen, Risiken und Ausblick

Globale Aktienmärkte reagieren stabil auf neue US-Handelsabkommen – Chancen, Risiken und Ausblick

Wie reagieren die internationalen Aktienmärkte auf die jüngsten Handelsabkommen und Zölle der USA? Können sich DAX & Co. trotz verschärfter Rahmenbedingungen behaupten? Die vergangenen Monate waren durch zahlreiche Verhandlungen, vor allem mit der EU, Japan und weiteren Staaten, geprägt. Belastet ein weiterhin unsicheres globales Handelsumfeld die Märkte – oder sorgt die Klärung der US-Handelspolitik für neue Stabilität in den internationalen Börsenindizes?

Die wichtigsten Akteure und aktuelle Vereinbarungen

In jüngster Zeit wurden mehrere neue oder erneuerte Handelsverträge zwischen den USA und Schlüsselpartnern geschlossen. Zu den bedeutendsten zählten dabei Rahmenabkommen mit der EU und Japan. Auch mit Südkorea, Vietnam und dem Vereinigten Königreich wurden Einigungen erzielt. Oft enthalten diese Abkommen gegenseitige Zollsenkungen, jedoch bestehen weiterhin teils hohe effektive Zölle zwischen 10 und 20 Prozent, die auf bestimmte Warengruppen angewendet werden.
In einigen Fällen wurden zusätzlich Investitionsversprechen gemacht, deren genaue Ausgestaltung jedoch vage bleibt. Ein Beispiel ist das britisch-amerikanische Abkommen: Das Vereinigte Königreich akzeptierte einen Basiszoll von 10% für US-Exporte, im Gegenzug wurden Handelshemmnisse für britische Unternehmen reduziert.

Marktreaktionen: Stabile, aber selektive Performance

Die Aktienmärkte haben auf diese Entwicklungen erstaunlich stabil reagiert. Der DAX notiert zum Stichtag bei 24.241 Punkten, der S&P 500 rangiert auf einem Allzeithoch. Prognosen deuten auf moderate Zugewinne im zweiten Halbjahr 2025 hin. In Europa wurde die Einschätzung für Aktien laut Fidelity auf „neutral“ angehoben, nachdem Chancen und Risiken sich weitgehend ausgeglichen haben. Schwellenländer bleiben trotz Zollrisiken aufgrund positiver Fundamentaldaten attraktiv.

  • Chancen bieten sich vor allem in spezialisierten Branchen und einzelnen Emerging Markets wie China oder Indien.
  • US-Aktien werden weiterhin durch politische Unsicherheiten gebremst.
  • Europäische Unternehmen profitieren von einer Abnahme der Unsicherheit bezüglich US-Zöllen auf Autos oder Industriegüter.

Wissenspunkte – Was steckt hinter der Stabilität?

  • Abnahme der Unsicherheiten: Die von Präsident Trump angekündigten und umgesetzt Zölle auf Warenimporte hatten kurzzeitig für Volatilität gesorgt. Nach der Verständigung auf bestimmte Abkommen ist für Unternehmen wie Volkswagen oder Siemens die Planungssicherheit gestiegen.

  • Effektive Zölle bleiben hoch: Trotz neuer Abkommen liegen die effektiven US-Zölle auf einem historischen Hoch. Vor allem Automobil- und Technologiekonzerne sind davon betroffen. Dennoch fällt die erhoffte Konjunkturabkühlung aus, weil Investoren mit den bestehenden Hürden bereits rechnen.

  • Makroökonomische Perspektive: Das Risiko einer globalen Stagflation wurde durch den Wegfall extremer Szenarien gesenkt. Allerdings können neuerliche Zollschwankungen die Handlungsfähigkeit der US-Notenbank beeinträchtigen. Die Nachrichtenlage bleibt von Unsicherheit geprägt, da viele Deal-Details offen sind.

Fallstudien und Sektoren im Fokus

Unternehmen wie Volkswagen und Apple sahen sich in den vergangenen Monaten immer wieder mit neuen Zöllen und Unsicherheiten konfrontiert. Besondere Aufmerksamkeit galt dem deutschen Exportsektor, dessen Lieferungen in die USA im zweiten Quartal rückläufig waren. Dennoch verhindern die neuen Abkommen weitreichende Einbrüche – viele Unternehmen können Preissteigerungen weiterreichen oder Produktionsketten anpassen.

Im Technologiesektor zeigen sich vor allem große US-Konzerne flexibel. Sie profitieren von Ausnahmen und bilateralen Zusagen über Investitionen.
Laut Wirtschaftswoche ist die Stimmung in der Eurozone und Deutschland jedoch weiterhin empfindlich, da künftige Maßnahmen der US-Regierung schwer vorauszusagen bleiben.

Statistiken und Prognosen

  • Die Prognose für den S&P 500 bis Ende Dezember 2025 liegt bei 6.400 Punkten (Stand 23. Juli 2025).
  • Der DAX könnte bis 2026 auf 26.995 steigen – gegebenenfalls profitieren Investoren von selektiven Einstiegsgelegenheiten nach Kursrücksetzern.
  • Zölle zwischen 10% und 20% werden laut Handelsabkommen mit der EU, Japan und Großbritannien weiterhin Bestand haben.

Die neusten Handelsabkommen der USA sorgen für moderate Stabilität an den Aktienmärkten – tiefgreifende Kurskapriolen bleiben bislang aus. Zu den Vorteilen gehört eine verlässliche(re) Planungsbasis für Unternehmen. Auch Anleger profitieren von mehr Ruhe im Marktumfeld und der Perspektive, gezielt in chancenreiche Sektoren und Regionen zu investieren. Nachteile bleiben: Die hohen effektiven Zölle drücken auf die Margen, der Protektionismus erschwert langfristige Investitionsentscheidungen und politische Unsicherheiten könnten abrupt zu neuen Volatilitätsschüben führen.

In der Zukunft gilt: Handelsabkommen sollten klarer und nachhaltiger gestaltet werden, um das Vertrauen langfristig zu stärken. Der Fokus wird auf Innovationsbranchen und Emerging Markets liegen. Wirtschaft und Anleger erwarten, dass politische Klarheit – etwa auch für technologiegetriebene Industrien – für gesteigertes Wachstum sorgt. Erste messbare Vorteile zeigen sich bereits in einer robusteren Aktienmarktentwicklung und wachsenden Exportzahlen einzelner Branchen.“

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