×

Wirtschaftsverbände drängen auf Steuererleichterungen und Abbau von Bürokratie – Wie Wettbewerb gesichert werden kann

Wirtschaftsverbände drängen auf Steuererleichterungen und Abbau von Bürokratie – Wie Wettbewerb gesichert werden kann

Steigende regulatorische Anforderungen, hohe Steuerlast und ein komplexes Verwaltungssystem: Viele Unternehmen in Deutschland stellen sich aktuell die Frage, wie sie international wettbewerbsfähig bleiben können. Wirtschaftsverbände, darunter etwa der Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. (en2x), fordern daher vehement Steuererleichterungen und einen radikalen Abbau bürokratischer Hürden, wie dies auch in aktuellen Regierungsinitiativen diskutiert wird.

Die zentralen Forderungen der Wirtschaftsverbände

Ob Mittelstand, Industrie oder Dienstleistungssektor – quer durch die Wirtschaft bemängeln Unternehmen, dass Investitionen, Wachstum und Digitalisierung immer stärker durch bürokratische Zwänge und steuerliche Belastungen gehemmt werden. Laut einer aktuellen Umfrage halten 95 Prozent der Betriebe den Bürokratieabbau für eine der wichtigsten Aufgaben der Politik. Der DIHK bringt es auf den Punkt: „Für jede neue Verpflichtung sollten mindestens zwei bestehende gestrichen werden, besser sogar drei.“ Ziel ist ein sofort spürbarer Befreiungsschlag, der Unternehmen den Weg zu Innovation und Wachstum freimacht (Quelle).

Jahresbürokratieentlastungsgesetz und weitere Initiativen

Dem Ruf der Unternehmen folgend hat die Bundesregierung 2025 das Jahresbürokratieentlastungsgesetz angestoßen, das ein Bündel konkreter Maßnahmen enthält:

  • Verkürzung der Aufbewahrungsfristen für Buchungsbelege von zehn auf acht Jahre
  • Mehr digitale Verwaltungsakte und Rechtssicherheit für Geschäfte via E-Mail
  • Abschaffung der Meldepflicht für Hotelübernachtungen bei deutschen Staatsangehörigen
  • Vereinfachung bei Steuerverfahren und digitale Steuerbescheide
  • Erleichterung für Anteilseigner börsennotierter Unternehmen durch die Bereitstellung von Versammlungsunterlagen online

Laut Regierung wird durch das Gesetz eine jährliche Entlastung von über 940 Millionen Euro erwartet. Vor allem kleinere Betriebe könnten davon laut Verband profitieren, da sie in besonderem Maße durch Bürokratie gebremst wurden (Quelle).

Steuererleichterungen als Wachstumsimpuls?

Zahlreiche Wirtschaftsvertreter argumentieren, dass zielgerichtete Steuerentlastungen dringend nötig sind, damit deutsche Unternehmen nicht weiter im internationalen Vergleich zurückfallen. Die steuerliche Gesamtbelastung in Deutschland liege für Unternehmen im europäischen Mittelfeld, sie bleibe aber deutlich über der in osteuropäischen Ländern oder dem angelsächsischen Raum. Im Gespräch sind daher unter anderem:

  • Eine spürbare Senkung der Unternehmensbesteuerung
  • Gezielte Investitionsanreize durch Abschreibungserleichterungen
  • Reduzierung der Gewerbesteuer für mittelständische Unternehmen

Wirtschaftsverbände wie der Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. kommunizieren entsprechende Vorschläge regelmäßig an die Bundesregierung und machen auf die hohe Wichtigkeit dieser Entlastungen aufmerksam (Quelle).

Bürokratieabbau: Praxisbeispiele und Herausforderungen

Wie groß das Potenzial von weniger Bürokratie ist, zeigt sich in Pilotprojekten: Beispielsweise beschleunigte die Aufhebung behördlicher Hürden beim Ausbau der LNG-Terminals und der Windkraft in den letzten Jahren die Umsetzung deutlich. Unternehmen fordern daher, dass solche Ausnahme-Tempo-Regelungen – bislang auf Krisensituationen beschränkt – generell zur Regel werden. Doch insbesondere im Steuerrecht, bei Umweltauflagen oder Genehmigungsverfahren sind die Umsetzung komplexer als die Ankündigung. Hier sind weiterhin Mut und Konsequenz seitens der Politik gefragt.

Statistiken und Marktentwicklung

  • Die durchschnittliche Bearbeitungszeit einer gewerblichen Genehmigung beträgt in Deutschland nach wie vor mehrere Monate.
  • Allein die steuerliche Entlastung könnte im Mittelstand neue Investitionen in Milliardenhöhe anstoßen.
  • Digitale Verfahrensvereinfachungen sparen Zehntausende Arbeitsstunden pro Jahr ein.

Beispiel: Im Mittelstand schlägt allein die Archivierungspflicht für Steuerunterlagen mit Jahrtausenden Arbeitsstunden jährlich zu Buche. Durch die Verkürzung der Fristen sollen Kapazitäten für Produktivität und Innovation freigesetzt werden.

Der Schritt zu grundlegenden Steuererleichterungen und ernst gemeintem Bürokratieabbau bietet ein erhebliches Potenzial für die deutsche Wirtschaft. Vorteile liegen klar auf der Hand: Unternehmen gewinnen schnellere Prozesse, sparen Kosten, können flexibler auf Marktveränderungen reagieren und ihre Innovationsfähigkeit stärken. Auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit wird erhöht, da Investitionen und neue Geschäftsmodelle beschleunigt umgesetzt werden können. Nachteile bestehen in der Gefahr, dass elementare Kontrollen verloren gehen und kurzfristige Steuerausfälle in Kauf genommen werden müssen. Kritiker warnen, dass nur ein wirklich umfassender Bürokratieabbau nachhaltigen Effekt zeigt; vereinzelte Maßnahmen könnten verpuffen. In der Zukunft ist zu erwarten, dass technologischer Fortschritt und Digitalisierung weiter voranschreiten und damit effiziente, weniger regulierte Prozesse noch wichtiger werden. Für die Menschen bedeutet dies: Arbeitsplätze bleiben erhalten, Investitionen werden attraktiver und der Standort Deutschland kann wieder an Innovationskraft gewinnen. Die Hoffnung der Verbände ist, dass die Politik aus den Pilotprojekten lernt und einem echten Kulturwandel in Verwaltung und Steuersystem den Weg bereitet.

Kommentar veröffentlichen