Blogist

Propaganda auf der Spur für mehr Qualitätsjournalismus

Allgemein

Propaganda-Check: Rechtsextremer „Masterplan“ zur Massenvertreibung

In dem Artikel in der Frankfurter Rundschau behandelt Daniel Roßbach ein konspiratives Treffen rechtsextremer Akteure und AfD-Vertreter, in dem Pläne zur „Remigration“ von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland diskutiert wurden [1]. Es werden verschiedene Personen und Gruppierungen erwähnt, die an diesem Treffen teilgenommen haben sollen, sowie die angeblichen Inhalte und Ziele dieses Treffens.

Die Analyse des Artikels auf Tendenzen, Vorurteile und Propagandaelemente ergibt folgende Punkte:

  1. Verwendung wertender Adjektive und Begriffe: Der Artikel verwendet Begriffe wie „rechtsextrem“, „konspirativ“ und „Deportation“, die klar wertend sind und darauf abzielen, eine negative Meinung über die beschriebenen Personen und deren Absichten zu erzeugen.
  2. Darstellung einer Gruppe in einheitlich negativem Licht: Die AfD und die „Identitäre Bewegung“ werden durchgehend in einem negativen Kontext dargestellt. Es gibt keine differenzierte Betrachtung oder Erwähnung möglicher anderer Standpunkte innerhalb dieser Gruppen.
  3. Fehlende Gegendarstellung: Der Artikel bietet keine direkte Gegendarstellung oder Kommentare von den beschuldigten Personen oder Gruppen. Dies deutet auf eine einseitige Berichterstattung hin.
  4. Assoziation mit historischem Extremismus: Durch den Vergleich der diskutierten Pläne mit dem „Madagaskarplan“ der Nationalsozialisten wird eine direkte Verbindung zu historischem Extremismus und Völkermord hergestellt. Dies sollte ohne direkten Zusammenhang die negative Darstellung der besprochenen Gruppen und Individuen beim Leser verstärken.
  5. Selektive Information und Kontextualisierung: Der Artikel konzentriert sich auf spezifische Informationen, die die beschriebenen Personen und Gruppen in einem extrem negativen Licht darstellen. Es gibt wenig Kontext oder Hintergrundinformationen, die ein vollständigeres Bild der Situation liefern könnten.

Auf der von mir verwendeten Skala zur Messung des Propagandaniveaus würde dieser Artikel etwa bei 70-80% liegen, da er stark tendenziöse Sprache und Darstellungen verwendet und eine einseitige Sichtweise präsentiert, die darauf abzielt, eine negative Meinung über die beschriebenen Personen und Gruppen zu erzeugen.

Es ist wichtig zu betonen, dass eine kritische Prüfung und Berichterstattung über rechtsextreme Aktivitäten notwendig und legitim ist. Jedoch sollte journalistische Integrität auch eine ausgewogene Darstellung und das Bemühen um Objektivität einschließen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert